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Interview beim nationalen, bulgarischen Radiosender Horizont

https://www.youtube.com/watch?v=BmVh-LWjiNY

Professor Silbermanns Definition von Globalisierung

Professor Silbermanns Definition von Globalisierung Nedjalko Silbermann wanderte vor 25 Jahren von Sofia nach New York aus. Es schlug eine wissenschaftliche Laufbahn ein, die ihm auch gut gelang. Seinen Bachelor machte er in Yale, seinen Master in Harvard, PhD, Postdoc und die Professur an der Columbia University in New York. Dort unterrichtet er seit 7 Jahren Geschichte. Für ihn war es zu einem kleinen Ritual geworden, am ersten Tag des Semesterbeginns seinen Studierenden aus der ganzen Welt seine Lieblingsfrage zu stellen. Sie lautete:  „Was ist eigentlich die Globalisierung?“ Der Saal war voll. Die Herbstsonne schickte ihre goldenen Strahlen durch die großen Fenster der Fakultät in der Nähe vom Hudson River. Für einige Sekunden war es still im Raum. „Was versteht Ihr unter Globalisierung?“, wiederholte Professor Silbermann seine Lieblingsfrage. Ein chinesischer Student mit weißem Hemd und kurzen, ordentlich gekämmten Haaren ergriff das Wort: „Globalisierung ist, wenn Juden bul...

Die Kreativität der Portugiesen beim Kennenlernen von Frauen

Die Kreativität der Portugiesen beim Kennenlernen von Frauen Nach drei Tagen Urlaub an der portugiesischen Atlantikküste bemerkte ich einen Typen, der sich richtig professionell an die ausländischen Touristinnen heranmachte. Das war ein professioneller Pickup-Artist. Er hatte eine sehr außergewöhnliche Strategie, die er täglich einsetzte und mit der er bestimmt viele Früchte erntete.  Der Typ war groß, schlank und sehr behaart. Er trug eine große Sonnenbrille und ein Baseball Cap, auf dem mit Großbuchstaben CHICAGO BULLS stand. Er kam immer sehr früh an den Strand und zwar gegen 8:30 Uhr morgens. Um diese Zeit schliefen die meisten Touristinnen noch oder saßen beim Frühstück in ihrem Hotel.  Der Typ hatte immer eine riesige Strandtasche dabei, in die 15-20 Strandtücher hineinpassten. Die Tücher hatten verschiedene Größen und Farben. Geschickt verteilte er sie über den ganzen Strand und verschwand dann. Sicherlich ruhte er sich aus oder trank seinen verlängerten...

Die Stadt mit dem Namen Ausfahrt

Die Stadt mit dem Namen Ausfahrt Peter war der Typ Mann, der das Abenteuer liebte. Als Bulgarien der EU beitrat, brauchte er zwei Tage, um sich auf seiner Arbeit frei zu nehmen und sich auf den Weg nach Deutschland zu machen. Er hatte nie Deutsch in der Schule gehabt und die wenigen Worte, die er kannte, waren aus den deutschen Pornofilmen, die er intensiv studiert hatte. Worte wie „fantastisch“, „geil“ und „supergeil“ bildeten seinen deutschen Wortschatz.  Peter war von deutschen Frauen und von deutschen Autos gleichermaßen fasziniert. Er wollte mit seinen Ersparnissen einen BMW kaufen. Am besten einen Jeep. Sein VW war zwar noch brauchbar, aber schon viel zu alt. Peter fuhr frühmorgens los, um die Staus in Sofia zu vermeiden. Fast 24 Stunden lang war er dann ununterbrochen unterwegs. Er fuhr durch Belgrad, Budapest, Prag und konnte mit Mühe seine Augen offenhalten. Die gut 2000 km Distanz zwischen Bulgarien und Deutschland hatte er in einem Tag und einer Nacht w...

Das Symbol von Berlin

Das Symbol von Berlin Julian war seit drei Jahren mit einer deutschen Frau verheiratet. Ihr Name war Petra. Petra arbeitete als Innenarchitektin. Ästhetik und gute Umgangsformen waren ihr sehr wichtig. Julian kam aus Bulgarien. Obwohl er sein Diplom-Studium in Biologie erfolgreich abgeschlossen hatte, legte er nicht so viel Wert auf Äußerlichkeiten. Oft sagte er zu Petra: „Ich verstehe nicht, wie eine so hübsche, elegante und intelligente Frau wie du sich auf so einen Balkan-Typen wie mich einlassen konnte. Wir sind doch alle Naturburschen. Wir wollen gutes Essen und guten Sex haben. Nicht mehr und nicht weniger.“ Beide führten ein interessantes Leben. Sie reisten viel in fremde Länder, wanderten in die Berge und wenn sie länger am Stück in Berlin waren, luden sie Freunde zum Essen ein.  Einmal hatte ich die Ehre, auch dabei zu sein. Die Wohnung war im Dachgeschoß. 180 qm mit Dachterrasse. Petra hatte sie in minimalistischem Stil eingerichtet. In der Küche stand e...

Der Job als Finder

Der Job als Finder Nach meinem Umzug ins Zentrum von Berlin musste ich mich mit einer neuen Situation auseinandersetzen. Ich wohnte in einer Straße, in der viele Geschäfte waren und viele Touristen Geschenke kauften. Wie in den meisten großen Metropolen gab es neben den vielen Touristen auch viele Taschendiebe. So fand ich an einem sonnigen Tag gleich neben meiner Eingangstür gestapelte Kreditkarten sowie Führerschein und Ausweis von einem Koreaner. Ich rief bei einem Freund an und erzählte ihm davon. „Soll ich dich zu einem Massagesalon einladen und damit zahlen oder sie bei der Polizei abgeben?“, machte ich mich darüber lustig. „Du kannst sie zurückgeben, mich aber trotzdem davor einladen.“, scherzte er zurück. Ich entschied mich dafür, sofort zur Polizei zu gehen und sie zurückzugeben. Der Koreaner hatte bestimmt Panik bekommen und würde sich freuen, seine Dokumente zurück zu erhalten. Die Woche darauf fand ich wieder neben meiner Eingangstür eine Brieftasche. Dieses Mal war auf ...

Die Zigeuner wissen meistens Bescheid

Die Zigeuner wissen meistens Bescheid Das Wetter war so heiß, dass man denken konnte, nicht in Berlin, sondern in Sofia zu sein. Fast 40 C im Schatten und das Anfang Juni. Ich fuhr mit meinem Fahrrad zu einem Freibad in Wedding und wollte mir davor noch eine Flasche Mineralwasser kaufen. Ich ging in eine türkische Bäckerei und nahm gleich noch einen kleinen Snack mit. Vor der Bäckerei gab es ein paar Holztische mit weißen Plastikstühlen. Ich wählte einen Stuhl im Schatten aus, setzte mich hin, öffnete die Flasche Wasser und trank. Es fühlte sich sehr erfrischend an. Irgendwo las ich einmal, dass man täglich so viel Wasser zu sich nehmen sollte, dass es 3,3% des Körpergewichts ausmachte. Also angenommen ich würde 100kg wiegen, müsste ich täglich 3,3l Wasser trinken. Ich wog aber nur 88kg. Also würden 3l reichen. Solche Kalkulationen beschäftigten meinen erhitzten Kopf, als ich jemanden auf Bulgarisch reden hörte. Ich drehte mich in die Richtung aus der die Stimme kam. Zwei Tische von m...