Sonntag, 28. Oktober 2018

Die Potenz der Bulgaren aus ostdeutscher Sicht


Die Potenz der Bulgaren aus ostdeutscher Sicht

„Wenn man aus Bulgarien in die DDR zurückkam und seinen Reisepass nicht mehr hatte, bekam man eine Anzeige wegen Passhandels und musste man in einem Gefängnis in Leipzig sitzen!"

Die Frau war Mitte 60. Sie machte einen dynamischen Eindruck. Wir saßen an einem kleinen Tisch am südafrikanischen Stand auf der ITB, tranken den guten Wein und plauderten über das Leben. Elke, so hieß die Dame, hatte eine eigene Reiseagentur und war auf der ganzen Welt unterwegs. Sie wusste, wovon sie redete.

„Ich bin eine Reisetante. Ich habe viel erlebt. Die Bulgaren waren bekannt in der DDR-Zeit durch ihre Manneskraft. Ich bin mit acht Freundinnen an die Schwarzmehrküste gefahren. Unser Reiseleiter hieß Vlado. Er war gut gebaut und sehr behaart. Als er uns empfangen hat und uns anschaute, leuchteten seine Augen. Er sagte:

„Ich kann mit jeder von Euch in einer Nacht Liebe machen."
„Das ist nicht Dein Ernst oder?!", entgegnete ich. Nachdem wir einige Flaschen Wein geleert hatten, wollten wir ihn auf die Probe stellen. Mit Erika ging es gut. Sie kam schnell und mit einem Lächeln aus ihrem Zimmer. Erika war ein kleines Weib und für Vlado war es keine besondere Hausforderung, sie glücklich zu machen.
Dann war Petra dran. Sie war füllig und hatte extra ihre Haare blond färben lassen, weil sie wusste, dass die Bulgaren darauf standen. Nach einer halben Stunde kam sie aus dem Zimmer von Vlado mit den Worten:

„Vlado ist ein guter Liebhaber, aber ich bezweifle, dass er die Ausdauer hat, mit uns acht in einer Nacht Liebe zu machen."

Die Herausforderung trug den Namen Dagmar. Sie war eine ehemalige Basketballspielerin aus Weimar. Dagmar war 187cm groß und obwohl sie die 40 bereits überschritten hatte, fühlte sie sich gut in Form. Gut gebaut und siegessicher ging sie aufs Vados Zimmer. Nach 40 Minuten kam sie zurück. Ihr Gesicht war zu tiefst besorgt. 

„Vlado- Vlado-Vlado...", fing sie an.
„Was ist los?"
„Vlado atmet nicht mehr..."
„Wie atmet nicht mehr?!? Spinnst Du?"
„Nein, es ist mein Ernst. Er ließ mich auf ihm reiten und auf einmal war er weg..."
Wir rannten ins Zimmer von Vlado. Vergebens versuchten wir ihn mit Kunstatmung zu beleben. Es war zu spät. Wir überlegten, was wir machen. Dann beschlossen wir, ihn anzuziehen und trugen ihn mitten in der Nacht in das Hotelfoyer. Dann platzierten wir ihn auf einem der Sessel... Hol´ mir noch ein Glas Wein!"
Ich hörte auf sie. Als ich zurückkam, sagte sie:
„Schließlich ist er den besten Tod gestorben, den man sich vorstellen kann..."

Sonntag, 14. Oktober 2018

Rauber, Seehofer und die Bulgaren

Mein Beitrag zu den Wahlen n Bayern:


Rauber, Seehofer und die Bulgaren

Eine Gruppe Bulgaren fuhr nach Bayern, um sich am Wohlstand des reichsten Bundeslandes zu beteiligen. Innerhalb weniger Tage hatten die Bulgaren ein paar krumme Geschäfte gemacht, ein paar anständige, bayerische Menschen über den Tisch gezogen und ein wenig geklaut. Die bayerische Polizei war aber hinter ihnen her und an einem ganz frühen Morgen, noch bevor sich die Nacht verabschiedete und ihren Platz dem Tag räumte, hörte man vor der Zimmertür in der Pension, wo sie alle in einem Zimmer übernachteten, laute männliche Stimmen:

„POLIZEI! Sofort aufmachen!"

Die Männer standen schnell auf, versuchten zügig alles zu verstecken, was es zu verstecken gab, machten das Licht wieder aus und legten sich wieder hin.

Vor der Pension „Im bayerischen Wald“ herrschte aber weiterhin ein hoher Wellengang.

„POLIZEI! Machen Sie sofort auf oder wir brechen die Tür auf!", schrie der Einsatzleiter Herr Rauber mit rauer, kompromissloser Stimme. Rund um ihn waren 8 schwerbewaffnete Polizisten, die Masken trugen und auf seinen Befehlen hörten. Das waren gut gebaute Männer, die keinen Spaß verstanden und schnell und kompromisslos handeln konnten.

Im Zimmer der Bulgaren war es für einige Sekunden still.

„SCHLAAAAFEEN!", rief dann der Gruppenführer der Bulgaren mit sanfter, liebevoller Stimme von seinem Bett entgegen.

Rauber gab den ihn begleitenden Polizisten ein Zeichen zu warten. Gott hat eben die Welt so erschaffen, dass jeder seine Aufgabe zu erledigen hatte:  Die Sonne war mit der Dämmerung beschäftigt. Die Vögel fingen an, zu zwitschern und er musste die Entscheidung treffen, ob das Sonderkommando das Zimmer der Bulgaren stürmen sollte. Rauber wollte aber nichts überstürzen. Er war nicht nur ein erfahrener Polizist, sondern seit 20 Jahren ein aktives Mitglied der CSU und Vorsitzender des Landeskreises in Oberbayern. Als solcher pflegte er einen aktiven Kontakt zu der Parteiführung und entschied sich, Seehofer anzurufen.

Horst lag noch im Bett, schlief aber nicht. Er trug einen Seiden-Pyjama mit Leopardenmuster. Seine Frau hat ihm ihn zur Wahl als Bundesinnenminister geschenkt. Er hörte sich aufmerksam die Schilderung vom Polizeioberrat Rauber  und sagte mit lauter Stimme:

„Rauber! Spinnen Sie! Bulgaren sind keine Asyltouristen! Sie sind unsere EU Brüder und im schlimmsten Fall Sozialtouristen und stellen keine große Gefahr für unser schönes Bergvolk dar!“

Horst war nicht einfach aus der Ruhe zu bringen, aber vor den bevorstehenden Wahlen in Bayern war er zunehmend nervös. Viele langjährige Mitglieder verließen die CSU wegen seiner Politik gegenüber Asylanten und wegen seiner Haltung gegenüber Angela und er dachte intensiv darüber nach, wie er diese Entwicklung verhindern konnte. Er sammelte schnell seine Gedanken und brüllte mit einer Stimme voller Autorität:

„Grüss Gott, Rauber, Sie sind Kreisvorsitzender unserer Partei oder? Behalten Sie im Hinterkopf immer wofür CSU steht! Wir sind christlich! Wir sind sozial! Wir sind eine Union! Die Lehre von Jesus ist unser Grundgesetz, Rauber! Erinnern Sie sich an die zehn Gebote: Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst! Hör zu, Rauber! Lass die Bulgaren ausschlafen, schick Deine Leute zu der nächsten Bäckerei, um frische Semmel und Leberkäse zu kaufen und sie sollten auf keinen Fall vergessen, frisch gebrühten Kaffee zu bringen. Dann lässt du sie und die Bulgaren in Ruhe frühstücken. Erst danach darfst du die Personalien überprüfen und schauen, ob alles in Ordnung ist. Ist es klar, Rauber?“

„Genau so wollte ich es auch machen, sehr geehrter Herr Seehofer, aber es ist immer gut, Ihre Zustimmung davor zu haben!“, sagte der Oberpolizeirat zum Schluss.

„Gut gedacht Rauber-guut gedaaacht!“, gähnte Seehofer.

 Bevor er auflegte, brüllte er noch einmal ins Telefon:

„Und nächstes Mal, Rauber bitte Söder bei solchen Fragen anrufen- bin jetzt Innenminister-nicht vergessen, Rauber-ich kümmere mich um die globalen Fragen der Bundesrepublik. Söder ist für die lokalen Probleme unseres schönen Bundeslandes zuständig!“

Dann machte Horst sein Kissen zu Recht und legte zwei Gurkenscheiben auf seine Augen, um sich auf die Herausforderungen des neuen Tages vorzubereiten.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Wein, Weib & Gesang-Einladung am 14. Oktober um 18h in Berlin Mitte


Zur Buchlesung von Veso Portarsky mit Live-Musik von Nina Hall und



Weinverkostung feiner, bulgarischer Weine

Wann? am Sonntag, den 14. Oktober 2018 um 18.00 Uhr

Wo? Im Club der polnischen Versager. Ackerstr. 168 10115 Berlin

Der in Berlin lebende bulgarische Schriftsteller Veso Portarsky aus seinen
geistreichen und stimmungsvollen Kurzgeschichten über den ganz normalen
Wahnsinn im Alltag. Sie wurden bereits bei Spiegel Online und Zitty Magazin,
sowie in zwei Diogenes-Anthologien "Diesmal schenken wir uns nichts" und
„Freue dich“ veröffentlicht. Der Autor gab 2015 auch sein erstes Buch "Der
größte Orgasmus auf dem Balkan" bei Shaker Media heraus.Sein zweites Buch "Der Wein, der nicht getrunken werden durfte" erschien im August 2017. Derzeit arbeitet Veso Portarsky an seinem dritten Buch „Prominenz“ und wird einige noch nicht erschienene Geschichten davon vorlesen. Mehr können Sie von seiner Webseite www.vesoportarsky.com, seinem Blog vesoportarsky.blogspot.com und seiner Facebookseite facebook.com/VesoKirilovPortarsky erfahren.



In der unbändigen Heiterkeit, ausgelöst von Vesos Kurzgeschichten, wird die
zauberhafte Musik von der britisch-dänischen Sängerin Nina Hall
erklingen. Nina komponiert und produziert seit 10 Jahren Musik. Ihr neues Lied
"It was you" wurde im Mai offiziell veröffentlicht. Sie können hier Ihre Musik
hören:
https://soundcloud.com/foxylab/nina-hall-it-was-you
 
Zum Ausklang des Abends lädt der Weinhändler Joachim Schneider von
(www.wein-aus-bulgarien.de ) zu einigen Proben seines breiten Sortimentes
bulgarischer Weinen ein.

Wieviel? Kostenbeitrag: 5 Euro

Anmeldung: Wegen der begrenzten Plätze wird um eine Anmeldung unter der
email Adresse: portarsky@yahoo.com gebeten.

 



Wir freuen uns auf Euch!



Herzlichst

Veso, Nina und Joachim