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Sting

Sting Es war ein sonniger Tag in der zweiten Hälfte Aprils. Ich saß im Foyer eines Hotels im Zentrum von Monaco und wartete auf meine Verabredung. Das Hotel galt als ein der besten und teuersten im kleinen, ausgeputzten Fürstentum und befand sich nicht weit vom lokalen Casino, das eine der größten Sehenswürdigkeit des kleinen Landes darstellte. Der weiße Marmorboden glänzte vor Sauberkeit und war im Einklang mit der hellen Farbe der bequemen Ledersessel. Die riesigen, grünen Pflanzen sahen fast wie Bäume aus und verliehen dem Foyer ein exotisches Aussehen. Ein riesiger Blumenstrauß roter Lilien stand in einer großen Glasvase auf einem Podest und der frische Duft der Blumen war überall spürbar. Prächtige Kronenleuchter hingen in der Mitte des Foyers. Eine leichte Klaviermusik reimte sich auf das Geräusch fließenden Wassers. In solchen Momentan kam ich an das Gefühl der Unsterblichkeit nah heran. Alles schien so perfekt zu sein, dass man den Tod schnell aus den Augen verlieren konnte. I…

Die Königin Corona und der König Angst

Die Königin Corona und der König Angst
Corona Virus hielt die Welt im Atem. Schulen und Kitas wurden geschlossen, Flüge abgesagt. Große Fußballspiele wurden wenn überhaupt vor leeren Tribünen ausgeführt.
„Zuerst ließ er den Virus durch seine CIA Agenten in China ausbreiten und danach macht er schnell die Grenzen zu!“, kommentierte meine Mutter. Sie war fest davon überzeugt, dass Donald Trump mit seiner Administration dahinter standen.
Trump konnte ihrer Meinung nach nicht akzeptieren, dass die US-Wirtschaftsmacht von den Chinesen in Schatten gestellt wird. Wie konnte man einem Land schaden, ohne Wirtschaftskriege oder andere Kriege zu führen? Durch die Erfindung eines Virus. Das war ihre Argumentationslinie.
Ich bin ein Hypochonder. Ich trank täglich nach dem Essen einen Tee aus frischem Ingwer, schwarzem Pfeffer und Kurkuma, wie mein Lieblingsinder Sri Sri Ravi Shankar über seine Social Media Kanäle verordnete, Parallel dazu las ich täglich die Tageszeitungen und ließ meine Ängste von…

Lothar Matthäus

Lothar Matthäus Aus der Sicht eines Schmetterlings war es, dass Lothar als Trainer für die bulgarische Nationalmannschaft tätig wurde, eine gute Entscheidung. Schließlich kam es seiner Meinung nach im Leben darauf an, neue Erfahrungen zu sammeln und seine Kenntnisse mit anderen zu teilen. Der bulgarische Premierminister Boyko Borissov teilte dieser Meinung nicht und spottete in aller Öffentlichkeit: "Ich weiß nicht genau, was Lothar in Bulgarien zu suchen hat. Höchstens findet er eine neue Frau zu heiraten." Die deutsche Fußballlegende ließ sich nicht von solchen Kommentaren durcheinanderbringen und zog nach Sofia um. Er musste sich in der neuen Umgebung zu Recht finden und auf seinen neuen Job konzentrieren. Er dachte, dass er mit der Mentalität auf dem Balkan vertraut war. Schließlich hatte er davor die serbische Mannschaft „Partizan Belgrad“ trainiert und mit einer serbischen Frau fünf Jahre lang den Bund für das Leben geschlossen. Oft trank er einen Kaffee, sonntags, in eine…

Vanga und der deutsche Filmproduzent

Vanga und der deutsche Filmproduzent Berlinale ging zum Ende und so war es mit meiner Flucht aus der Realität. Ich hatte mir zum ersten Mal eine Akkreditierung holen lassen und durfte zu allen Filmvorstellungen umsonst rein. Das war angesichts der Fülle des Programms beim besten Willen nicht machbar. Neben dem offiziellen Wettbewerb liefen etliche andere Wettbewerbe, die auch nicht weniger Interessantes zu bieten hatten. Ich schaute mir im Durchschnitt vier Filme pro Tag. Ich lebte in einer Parallelwelt und das genoss ich. Die graue Farbe Berlins im Februar war nicht mehr so bedrückend spürbar. Umso mehr freute ich mich, als ich eine Einladung zu der Abschlussgala des Festivals bekam. Das sollte die Krönung sein. Auf der Einladung stand als Dress-Code sollten die Herren Smoking und die Damen Abendkleider tragen. So lieh ich mir von meinem bayerischen Nachbar, mit dem ich eine WG im Studentenwohnheim teilte, seinen Smoking mit der Fliege aus. Er war gut mit solcher Kleidung versorgt,…

VESO PORTARSKY

Veso Portarsky Meine Rückkehr aus Zürich nach Berlin konnte man nicht als einfach bezeichnen: Swiss Air weigerte sich ein Teil meines Gepäcks zu transportieren, wenn ich nicht die üppigen Gebühren für Übergepäck zahlte. Drehte sich alles in diesem kleinen Land nur ums Geld oder war das nur meine Wahrnehmung? Ich ließ ein Teil davon beim Freund, der mich zum Flughafen begleitet hatte. In Berlin angekommen, wollte mein Vermieter meine Miete um einiges erhöhen. Vor meiner Reise nach Zürich weigerte er sich zu akzeptieren, dass ich einem brasilianischen Freund in dieser Zeit mein Zimmer überließ. Für die acht Monate Zürich Aufenthalt hatte ich insgesamt zwei Wochenenden in Berlin verbracht. "Für acht Monate Miete hatte ich nur vier Tage in Berlin verbracht und die komplette Monatsmiete immer bezahlt", versuchte ich mit ihm zu diskutieren. Er war ein Vertreter der klassischen deutschen Schule. Ordnung, Sauberkeit, Durchhaltevermögen, und eiserne Disziplin zeichneten ihn aus. "F…

Lena Gercke

Lena Gerke Wie jede Liebesgeschichte, die zum Ende geht, war auch diese eine traurige. Ich war in eine Brasilianerin verliebt. Sie hieß Ireo und kam aus Sao Paulo. Ireo hatte lange, dunkelbraune Haare und grüne Augen. Sie konnte Deutsch, da ihre Mutter Deutsch war. Sie sprach Deutsch mit einem niedlichen, portugiesischen Akzent, da sie noch nie davor in Deutschland gelebt hatte. Sie sprach wie ein Kind, da ihre Mutter in den ersten Kinderjahren ihr die deutsche Sprache beibrachte. Ireo kam nach Berlin, um ihren Schmerz zu vergessen, da ihre Mama gestorben war. Genau zu diesem Zeitpunkt war mein Vater gestorben. Der Tod unserer Elternteile brachte uns zusammen. Das war aber keine stabile Basis für die Entwicklung einer Liebesbeziehung. Eher sah es wie eine Feuerstelle aus, in die ab und zu ein Stück trockenes Holz hineingeworfen, aber im Nachhinein viel Wasser hineingegossen wurde und zum Erlöschen verdammt war. So trennten wir uns und dann kamen mit noch größeren Leidenschaft wieder zu…