Sonntag, 14. Oktober 2018

Rauber, Seehofer und die Bulgaren

Mein Beitrag zu den Wahlen n Bayern:


Rauber, Seehofer und die Bulgaren

Eine Gruppe Bulgaren fuhr nach Bayern, um sich am Wohlstand des reichsten Bundeslandes zu beteiligen. Innerhalb weniger Tage hatten die Bulgaren ein paar krumme Geschäfte gemacht, ein paar anständige, bayerische Menschen über den Tisch gezogen und ein wenig geklaut. Die bayerische Polizei war aber hinter ihnen her und an einem ganz frühen Morgen, noch bevor sich die Nacht verabschiedete und ihren Platz dem Tag räumte, hörte man vor der Zimmertür in der Pension, wo sie alle in einem Zimmer übernachteten, laute männliche Stimmen:

„POLIZEI! Sofort aufmachen!"

Die Männer standen schnell auf, versuchten zügig alles zu verstecken, was es zu verstecken gab, machten das Licht wieder aus und legten sich wieder hin.

Vor der Pension „Im bayerischen Wald“ herrschte aber weiterhin ein hoher Wellengang.

„POLIZEI! Machen Sie sofort auf oder wir brechen die Tür auf!", schrie der Einsatzleiter Herr Rauber mit rauer, kompromissloser Stimme. Rund um ihn waren 8 schwerbewaffnete Polizisten, die Masken trugen und auf seinen Befehlen hörten. Das waren gut gebaute Männer, die keinen Spaß verstanden und schnell und kompromisslos handeln konnten.

Im Zimmer der Bulgaren war es für einige Sekunden still.

„SCHLAAAAFEEN!", rief dann der Gruppenführer der Bulgaren mit sanfter, liebevoller Stimme von seinem Bett entgegen.

Rauber gab den ihn begleitenden Polizisten ein Zeichen zu warten. Gott hat eben die Welt so erschaffen, dass jeder seine Aufgabe zu erledigen hatte:  Die Sonne war mit der Dämmerung beschäftigt. Die Vögel fingen an, zu zwitschern und er musste die Entscheidung treffen, ob das Sonderkommando das Zimmer der Bulgaren stürmen sollte. Rauber wollte aber nichts überstürzen. Er war nicht nur ein erfahrener Polizist, sondern seit 20 Jahren ein aktives Mitglied der CSU und Vorsitzender des Landeskreises in Oberbayern. Als solcher pflegte er einen aktiven Kontakt zu der Parteiführung und entschied sich, Seehofer anzurufen.

Horst lag noch im Bett, schlief aber nicht. Er trug einen Seiden-Pyjama mit Leopardenmuster. Seine Frau hat ihm ihn zur Wahl als Bundesinnenminister geschenkt. Er hörte sich aufmerksam die Schilderung vom Polizeioberrat Rauber  und sagte mit lauter Stimme:

„Rauber! Spinnen Sie! Bulgaren sind keine Asyltouristen! Sie sind unsere EU Brüder und im schlimmsten Fall Sozialtouristen und stellen keine große Gefahr für unser schönes Bergvolk dar!“

Horst war nicht einfach aus der Ruhe zu bringen, aber vor den bevorstehenden Wahlen in Bayern war er zunehmend nervös. Viele langjährige Mitglieder verließen die CSU wegen seiner Politik gegenüber Asylanten und wegen seiner Haltung gegenüber Angela und er dachte intensiv darüber nach, wie er diese Entwicklung verhindern konnte. Er sammelte schnell seine Gedanken und brüllte mit einer Stimme voller Autorität:

„Grüss Gott, Rauber, Sie sind Kreisvorsitzender unserer Partei oder? Behalten Sie im Hinterkopf immer wofür CSU steht! Wir sind christlich! Wir sind sozial! Wir sind eine Union! Die Lehre von Jesus ist unser Grundgesetz, Rauber! Erinnern Sie sich an die zehn Gebote: Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst! Hör zu, Rauber! Lass die Bulgaren ausschlafen, schick Deine Leute zu der nächsten Bäckerei, um frische Semmel und Leberkäse zu kaufen und sie sollten auf keinen Fall vergessen, frisch gebrühten Kaffee zu bringen. Dann lässt du sie und die Bulgaren in Ruhe frühstücken. Erst danach darfst du die Personalien überprüfen und schauen, ob alles in Ordnung ist. Ist es klar, Rauber?“

„Genau so wollte ich es auch machen, sehr geehrter Herr Seehofer, aber es ist immer gut, Ihre Zustimmung davor zu haben!“, sagte der Oberpolizeirat zum Schluss.

„Gut gedacht Rauber-guut gedaaacht!“, gähnte Seehofer.

 Bevor er auflegte, brüllte er noch einmal ins Telefon:

„Und nächstes Mal, Rauber bitte Söder bei solchen Fragen anrufen- bin jetzt Innenminister-nicht vergessen, Rauber-ich kümmere mich um die globalen Fragen der Bundesrepublik. Söder ist für die lokalen Probleme unseres schönen Bundeslandes zuständig!“

Dann machte Horst sein Kissen zu Recht und legte zwei Gurkenscheiben auf seine Augen, um sich auf die Herausforderungen des neuen Tages vorzubereiten.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Wein, Weib & Gesang-Einladung am 14. Oktober um 18h in Berlin Mitte


Zur Buchlesung von Veso Portarsky mit Live-Musik von Nina Hall und



Weinverkostung feiner, bulgarischer Weine

Wann? am Sonntag, den 14. Oktober 2018 um 18.00 Uhr

Wo? Im Club der polnischen Versager. Ackerstr. 168 10115 Berlin

Der in Berlin lebende bulgarische Schriftsteller Veso Portarsky aus seinen
geistreichen und stimmungsvollen Kurzgeschichten über den ganz normalen
Wahnsinn im Alltag. Sie wurden bereits bei Spiegel Online und Zitty Magazin,
sowie in zwei Diogenes-Anthologien "Diesmal schenken wir uns nichts" und
„Freue dich“ veröffentlicht. Der Autor gab 2015 auch sein erstes Buch "Der
größte Orgasmus auf dem Balkan" bei Shaker Media heraus.Sein zweites Buch "Der Wein, der nicht getrunken werden durfte" erschien im August 2017. Derzeit arbeitet Veso Portarsky an seinem dritten Buch „Prominenz“ und wird einige noch nicht erschienene Geschichten davon vorlesen. Mehr können Sie von seiner Webseite www.vesoportarsky.com, seinem Blog vesoportarsky.blogspot.com und seiner Facebookseite facebook.com/VesoKirilovPortarsky erfahren.



In der unbändigen Heiterkeit, ausgelöst von Vesos Kurzgeschichten, wird die
zauberhafte Musik von der britisch-dänischen Sängerin Nina Hall
erklingen. Nina komponiert und produziert seit 10 Jahren Musik. Ihr neues Lied
"It was you" wurde im Mai offiziell veröffentlicht. Sie können hier Ihre Musik
hören:
https://soundcloud.com/foxylab/nina-hall-it-was-you
 
Zum Ausklang des Abends lädt der Weinhändler Joachim Schneider von
(www.wein-aus-bulgarien.de ) zu einigen Proben seines breiten Sortimentes
bulgarischer Weinen ein.

Wieviel? Kostenbeitrag: 5 Euro

Anmeldung: Wegen der begrenzten Plätze wird um eine Anmeldung unter der
email Adresse: portarsky@yahoo.com gebeten.

 



Wir freuen uns auf Euch!



Herzlichst

Veso, Nina und Joachim

Dienstag, 28. August 2018

my little poem about patmos


patmos
your sea is full of sun and light
your energy is very mild
this island is a magic place
I found on it
what happiness contains:
to climb a tree full of figs
and eat as much as my stomach fits

Donnerstag, 28. Juni 2018

Die Bodenständigkeit der Oma


Die Bodenständigkeit der Oma

Miroslav kam nach dem Abschluss seines Informatikstudiums in Mannheim zu Besuch zu seiner Familie nach Bulgarien. Er wollte alle noch einmal sehen, bevor er in Deutschland ins Berufsleben einstieg.
Während der Probezeit von drei Monaten durfte man keinen Urlaub nehmen. Seine Eltern hatten ein großes Familienfest veranstaltet. Am Tisch gab es zahlreiche Spezialitäten: Schopska Salat, Musaka, mit Reis und Hackfleisch gefüllte Paprika, verschiedene Eintöpfe mit Fleisch, Gemüse und überbackenem Schafskäse sowie einige Flaschen Rotwein und den berühmten Pflaumenschnaps „Rakia“.  Alle Cousins und die nahe Verwandtschaft waren eingeladen. Alle waren neugierig zu erfahren, wie es Miroslav bislang ergangen war und was für einen Beruf er ergreifen würde.

„Ich habe als Schwerpunkt meiner Diplomarbeit die Anwendung von SAP bei den großen US-Technologieunternehmen gewählt und eine der Firmen mit Hauptsitz im Silicon Valley hat mir daraufhin einen Vertrag in ihrer Niederlassung in Düsseldorf angeboten, den ich angenommen habe“, erklärte er.

Im Wohnzimmer herrschte Stille. Am Tisch saßen bestimmt 15 Leute, die zur Familie zählten. Tante, Onkel, Oma, Opa, Cousins, Geschwister und Eltern hörten ihm aufmerksam zu.

„Ich werde Module programmieren, die zur Anwendung im B2B-Bereich eingesetzt werden.“, fügte Miroslav mit stolzer Stimme hinzu. 

Keiner verstand wirklich, was für einen Job Miroslav machen würde. Doch niemand wollte es zugeben, um nicht peinlich aufzufallen. So schwiegen alle. Seine Eltern aber schauten ihn mit einer Mischung aus Stolz und Bewunderung an. Schließlich hatte Miroslav es geschafft, im Westen einen Uni-Abschluss und einen Job zu finden.

„Miro, mein lieber Enkel, erklär´ mir das bitte noch einmal“, unterbrach seine Oma das Schweigen.
„Ist etwas unklar, Oma?“, fragte Miroslav zurück.
„Ich habe nicht verstanden, was genau du in Deutschland verkaufen wirst.“