Sonntag, 27. November 2016

Als Weihnachtsmann im Krankenhaus



Als Weihnachtsmann im Krankenhaus

Ich hatte einen ganz speziellen Auftrag. Ich musste am Heiligen Abend als Weihnachtsmann die Geschenke an 350 Kinder verteilen, die krank waren und im größten Berliner Krankenhaus Weihnachten verbringen mussten.
Dieser Auftrag machte mich besonders stolz. Zuerst war das ein Beweis, dass ich einen guten Job als Weihnachtsmann machte und deswegen das Vertrauen genoss, solche Aufträge zu erhalten. Darüber hinaus war es schön zu wissen, Freude in 350 Kinderherzen hineinbringen zu können. 
 
Es war der 24. Dezember. Es war kalt, aber sonnig in Berlin. Ich ging mit einem lässigen Schritt ins Krankenhaus hinein. Es war leer. Ich hatte meinen Weihnachtsmannanzug, den Bart, eine weiße Perücke und das Goldene Buch in meinen Geschenkesack gepackt und musste eine Toilette finden, in der ich mich in aller Ruhe umziehen konnte. Ein alter Mann begrüßte mich im Foyer mit den Worten:

„Guten Tag, Herr Doktor!“

Ich grüßte ihn mit einem Lächeln zurück. Ich fühlte mich geschmeichelt und wichtig. Ich wurde sogar für einen Doktor gehalten. Selten im Leben hatte ich bislang dieses Gefühl, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein. Selten im Leben hatte ich das Gefühl, etwas so Sinnvolles machen zu dürfen. Ich fand eine Invalidentoilette, machte das Licht an und ging hinein. Ich schloss die Tür hinter mir ab und fing an, mich in aller Ruhe umzuziehen. Ich hatte mehr Zeit dafür eingeplant, damit ich nichts überstürzen musste. Der Bart und die weiße Perücke mussten richtig sitzen. Der Mantel auch. Ich war fast fertig, als jemand heftig an die Klotür klopfte.

„Ein Moment bitte!“ sagte ich und dachte mir, was für ein Gesicht dieser Mann machen würde, wenn er sähe, dass der Weihnachtsmann höchstpersönlich aus dem Klo herausginge.

Das Klopfen wurde deutlich stärker.

„Eine Minute noch!“
„Icke piiiiisseeee mir gleich in die Hoooosen!“ hörte ich den Mann schreien.

Ich beeilte mich. Als ich die Tür als ganz ordentlich angezogener Weihnachtsmann aufmachte und auf die Reaktion des Mannes wartete, rannte er an mir vorbei, als ob der Teufel hinter ihm her wäre. Er merkte nicht mal, dass der Weihnachtsmann ihn freundlich grüßte. Auch wenn der liebe Gott höchstpersönlich vor ihm gestanden hätte, hätte ihn das genauso wenig beeindruckt.

Noch einmal wurde mir gegenwärtig, dass jegliche Verkleidung und alle gesellschaftlichen Rollen auf der Welt nichts wert waren, wenn die Naturbedürfnisse nicht befriedigt waren.

War es der Abraham Maslow, der die Erklärung für das Menschenverhalten als eine Art Bedürfnispyramide konstruiert hat? Die Basis der Pyramide waren die Naturbedürfnisse, wie Essen, Trinken, Schlafen und Sex. An der Spitze der Pyramide stand die Selbstverwirklichung.

Hatte er dabei den Stuhlgang vergessen?

Ich schmunzelte und machte mich auf dem Weg zu den Kindern.

Freitag, 25. November 2016

Die neue Auflage meines Buchs ist in der Mode Boutique SUPERCONSIOUS in Berlin Mitte zu kaufen

Liebe Freunde,

die neue Auflage meines Buchs ist nicht nur in den Buchhandlungen, sondern auch in der Mode Boutique in Berlin Mitte zu kaufen. Der Laden liegt direkt am Rosenthaler Platz.
Superconscious Store, Weinbergsweg 22, 10119 Berlin! Check it out: https://superconscious.de/ 

Sonst auch als E-Book verfügbar: 

https://www.shaker-media.eu/de/content/bookshop/index.asp?ISBN=978-3-95631-347-9&ID=2 

Ich bedanke mich im voraus für Euer Interesse und wünsche ein fröhliches Wochenende!

Veso Portarsky

Mittwoch, 23. November 2016

Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten in Bulgarien



Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten in Bulgarien

Die Diskussion, wie man zusätzliche Arbeitsplätze in Bulgarien schaffen könnte, beschäftigte die Politiker des Landes.

Schließlich wollte die Regierung den Anforderungen der EU gerecht werden, um weiterhin an Förderprogrammen teilhaben zu können.

Zu dieser Zeit fiel Damian beim zweiten Staatsexamen in Jura an der Freien Universität Berlin durch. Wenn man zwei Mal beim Staatsexamen in Jura durchgefallen war, durfte man nach geltendem Recht in Deutschland kein Jurist mehr werden. Konstantin, Damians engster Freund und Studienkollege, konnte diese harte Prüfung auch nicht schaffen und zog nach Österreich um, um diese Regelung umgehen zu können.

Damian entschied sich nach Bulgarien zurückzukehren. Er war schon viel zu lang unterwegs gewesen und hatte Heimweh.
Als er nach Sofia zurückkam, lebte er bei seinen Eltern und konnte wenig mit dem Berufsleben anfangen.

Die Jahre vergingen schnell.
Als er 40 Jahre alt wurde, hatte seine Mutter ihn unter Druck gesetzt, einen Job zu finden.

"Du musst irgendeinen Job finden, mein Sohn! Du bist kräftig und gesund. Ich bin mir sicher, dass Du eine Arbeit finden kannst. Bald werden ich und Dein Vater in die Rente gehen und dann können wir mit unseren kleinen Renten Deinen Unterhalt nicht mehr sichern", erklärte sie ihm die Lage.

Damian bewarb sich quer für offene Stellen und wurde zum Vorstellungsgespräch beim Sofioter Zoo eingeladen.

"Sie sind gut gebaut und ich würde Ihnen einen Vertrag anbieten!", sagte der Zoodirektor nach einem kurzen Vorstellungsgespräch freundlich zu ihm.
"Voraussetzung dafür ist: Sie unterschreiben, dass Sie niemandem davon erzählen, was Sie hier tun müssen!", fügte er vertrauensvoll hinzu.
"Ich brauche einen Job und bin bereit, das zu unterschreiben!", antwortete Damian, ohne viel nachzudenken.
Als er unter dem Arbeitsvertrag seine Unterschrift setzte, kam ihm aber folgender Gedanke in seinen Kopf:
"Hoffentlich werde ich hier nicht eingesetzt, um die Fortpflanzung von Gorillas zu fördern."
Er übergab dem Vertrag dem Zoodirektor und fragte ihn:
"Was wäre dann meine Aufgabe?"
"Sehen Sie, unser Gorilla ist gestorben...", sagte der Zoodirektor und und im Bauch von Damian rumorte es.
"Bitte nicht!!!!!", dachte er, als er mit Erleichterung die Fortsetzung der Erklärung des Zoodirektors anhörte.
"Unser einziger Gorilla ist wie gesagt gestorben. Hier liegt ein Kostüm. Ihre Aufgabe wird sein, sich dieses Kostüm anzuziehen und 8 Stunden am Tag Gorilla zu spielen und die Zoobesucher zu unterhalten."

Damian nahm den Job dankbar an.

Gorilla zu sein machte ihm zunehmend Spaß. Er mochte es im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und erinnerte sich oft während der Arbeit an seine Kinderzeit, als er mit anderen Kindern verschiedene Tiere nachgemacht hatte..
An einem sonnigen Tag schwang er so stark mit den Lianen hin und her, dass er den Zaun seines Käfigs übersprang und im benachbarten Käfig des Löwen landete.
Der Löwe sprang auf ihn zu und legt seine Pfote auf seine Brust.

"Hilfeeee!", schrie Damian zum Tode erschrocken. Er dachte, dass seine Zeit auf der Erde zu Ende war.
Umso größer war seine Überraschung, als er den Löwen sagen hörte:
"Schnauze, Du Arsch! Sonst werden wir beide gefeuert!"
In der Stimme des Löwen erkannte Damian die Stimme von Konstantin, seinem Freund und Kommilitonen aus der Jura-Zeit in Berlin.
"Konstantin, bist Du das, alter Löwe?", flüsterte Damian voller Aufregung.
"Damian – was für ein Zufall, Du Schimpanse!"
"Bin ein Gorilla und kein Schimpanse!", sagte Damian.
"Ich dachte, Du wärest bereits ein angesehener Rechtsanwalt in Wien...", fügte er hinzu.
"Besser ein Löwe im Sofioter Zoo als eine Rechtsanwaltsmaus in Wien!“, sagte Konstantin und umarmte ihn heftig.

An diesem sonnigen Nachmittag kuschelten der Löwe und der Gorilla unter dem heftigen Applaus der Zoobesucher.

Dienstag, 15. November 2016

Einladung zur vorweihnachtlichen Buchlesung mit Improvisationstheater und Meditation am Sonntag, den 04. Dezember 2016 um 19 Uhr

EINLADUNG zur vorweihnachtlichen Buchlesung mit Improvisationstheater und Meditation
am 04. Dezember 2016 um 19 Uhr


Bei diesem Abend der besonderen Art liest der bulgarische Schriftsteller Veso Portarsky aus seinen geistreichen und stimmungsvollen Kurzgeschichten über Weihnachten und den ganz normalen Wahnsinn im Alltag. Die erfrischenden Weihnachtsgeschichten von Veso Portarsky sind bereits in der Diogenes-Anthologie "Diesmal schenken wir uns nichts: Geschichten für eine entspannte Weihnachtszeit" und bei Spiegel Online veröffentlicht. Der Autor gab 2015 auch sein erstes Buch "Der größte Orgasmus auf dem Balkan" heraus. Derzeit arbeitet Veso Portarsky an seinem zweiten Buch „Capitalism kills love“ und wird einige noch nicht erschienene Geschichten davon vorlesen.

Und um diesen Abend mit noch mehr kreativer Dynamik zu garnieren, improvisiert die langjährige Improvisationstheaterschauspie lerin Teodora Tzankova zusammen mit Uwe kleine Szenen, inspiriert von Vesos Kurzgeschichten und der Yoga Oase Ambiente. Teodora und Uwe sind aktive Mitglieder der Improgrupe "Die Unverhofften" (www.die-unverhofften.de).

Mitten in der unbändigen Heiterkeit werden die liebevollen Yogis von Art of Living Oase uns in die Kunst der Atmung und Meditation für ein glückliches und harmonievolles Leben einführen.

Kommt vorbei und genießt einen Abend voller Lebensfreude und Leichtigkeit in der Art of Living Yoga Oase in Berlin Schöneberg.

Ort: Art of Living Yoga Oase, Potsdamer Strasse 98, 10785 Berlin,www.artofliving.org/de- en/berlin
Zeit: 04. Dezember, 19.00 Uhr
 

Eintritt: frei (Austritt mit Hut) !!! Bitte melden Sie sich für dieses Event unter: berlin@artofliving.de an!