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Die Bodenständigkeit der Oma

Die Bodenständigkeit der Oma Miroslav kam nach dem Abschluss seines Informatikstudiums in Mannheim zu Besuch zu seiner Familie nach Bulgarien. Er wollte alle noch einmal sehen, bevor er in Deutschland ins Berufsleben einstieg. Während der Probezeit von drei Monaten durfte man keinen Urlaub nehmen. Seine Eltern hatten ein großes Familienfest veranstaltet. Am Tisch gab es zahlreiche Spezialitäten: Schopska Salat, Musaka, mit Reis und Hackfleisch gefüllte Paprika, verschiedene Eintöpfe mit Fleisch, Gemüse und überbackenem Schafskäse sowie einige Flaschen Rotwein und den berühmten Pflaumenschnaps „Rakia“.   Alle Cousins und die nahe Verwandtschaft waren eingeladen. Alle waren neugierig zu erfahren, wie es Miroslav bislang ergangen war und was für einen Beruf er ergreifen würde. „Ich habe als Schwerpunkt meiner Diplomarbeit die Anwendung von SAP bei den großen US-Technologieunternehmen gewählt und eine der Firmen mit Hauptsitz im Silicon Valley hat mir daraufhin einen Vert...

Lesung im Rahmen des. 2. Kultursalons im Forum Factory Besselstrasse 13-14, 10969 Berlin, Germany am 11.Juni um 19:30h

mein nächster Auftritt: Be welcome!

Interview beim nationalen, bulgarischen Radiosender Horizont

https://www.youtube.com/watch?v=BmVh-LWjiNY

Professor Silbermanns Definition von Globalisierung

Professor Silbermanns Definition von Globalisierung Nedjalko Silbermann wanderte vor 25 Jahren von Sofia nach New York aus. Es schlug eine wissenschaftliche Laufbahn ein, die ihm auch gut gelang. Seinen Bachelor machte er in Yale, seinen Master in Harvard, PhD, Postdoc und die Professur an der Columbia University in New York. Dort unterrichtet er seit 7 Jahren Geschichte. Für ihn war es zu einem kleinen Ritual geworden, am ersten Tag des Semesterbeginns seinen Studierenden aus der ganzen Welt seine Lieblingsfrage zu stellen. Sie lautete:  „Was ist eigentlich die Globalisierung?“ Der Saal war voll. Die Herbstsonne schickte ihre goldenen Strahlen durch die großen Fenster der Fakultät in der Nähe vom Hudson River. Für einige Sekunden war es still im Raum. „Was versteht Ihr unter Globalisierung?“, wiederholte Professor Silbermann seine Lieblingsfrage. Ein chinesischer Student mit weißem Hemd und kurzen, ordentlich gekämmten Haaren ergriff das Wort: „Globalisierung ist, wenn Juden bul...

Die Kreativität der Portugiesen beim Kennenlernen von Frauen

Die Kreativität der Portugiesen beim Kennenlernen von Frauen Nach drei Tagen Urlaub an der portugiesischen Atlantikküste bemerkte ich einen Typen, der sich richtig professionell an die ausländischen Touristinnen heranmachte. Das war ein professioneller Pickup-Artist. Er hatte eine sehr außergewöhnliche Strategie, die er täglich einsetzte und mit der er bestimmt viele Früchte erntete.  Der Typ war groß, schlank und sehr behaart. Er trug eine große Sonnenbrille und ein Baseball Cap, auf dem mit Großbuchstaben CHICAGO BULLS stand. Er kam immer sehr früh an den Strand und zwar gegen 8:30 Uhr morgens. Um diese Zeit schliefen die meisten Touristinnen noch oder saßen beim Frühstück in ihrem Hotel.  Der Typ hatte immer eine riesige Strandtasche dabei, in die 15-20 Strandtücher hineinpassten. Die Tücher hatten verschiedene Größen und Farben. Geschickt verteilte er sie über den ganzen Strand und verschwand dann. Sicherlich ruhte er sich aus oder trank seinen verlängerten...

Die Stadt mit dem Namen Ausfahrt

Die Stadt mit dem Namen Ausfahrt Peter war der Typ Mann, der das Abenteuer liebte. Als Bulgarien der EU beitrat, brauchte er zwei Tage, um sich auf seiner Arbeit frei zu nehmen und sich auf den Weg nach Deutschland zu machen. Er hatte nie Deutsch in der Schule gehabt und die wenigen Worte, die er kannte, waren aus den deutschen Pornofilmen, die er intensiv studiert hatte. Worte wie „fantastisch“, „geil“ und „supergeil“ bildeten seinen deutschen Wortschatz.  Peter war von deutschen Frauen und von deutschen Autos gleichermaßen fasziniert. Er wollte mit seinen Ersparnissen einen BMW kaufen. Am besten einen Jeep. Sein VW war zwar noch brauchbar, aber schon viel zu alt. Peter fuhr frühmorgens los, um die Staus in Sofia zu vermeiden. Fast 24 Stunden lang war er dann ununterbrochen unterwegs. Er fuhr durch Belgrad, Budapest, Prag und konnte mit Mühe seine Augen offenhalten. Die gut 2000 km Distanz zwischen Bulgarien und Deutschland hatte er in einem Tag und einer Nacht w...

Das Symbol von Berlin

Das Symbol von Berlin Julian war seit drei Jahren mit einer deutschen Frau verheiratet. Ihr Name war Petra. Petra arbeitete als Innenarchitektin. Ästhetik und gute Umgangsformen waren ihr sehr wichtig. Julian kam aus Bulgarien. Obwohl er sein Diplom-Studium in Biologie erfolgreich abgeschlossen hatte, legte er nicht so viel Wert auf Äußerlichkeiten. Oft sagte er zu Petra: „Ich verstehe nicht, wie eine so hübsche, elegante und intelligente Frau wie du sich auf so einen Balkan-Typen wie mich einlassen konnte. Wir sind doch alle Naturburschen. Wir wollen gutes Essen und guten Sex haben. Nicht mehr und nicht weniger.“ Beide führten ein interessantes Leben. Sie reisten viel in fremde Länder, wanderten in die Berge und wenn sie länger am Stück in Berlin waren, luden sie Freunde zum Essen ein.  Einmal hatte ich die Ehre, auch dabei zu sein. Die Wohnung war im Dachgeschoß. 180 qm mit Dachterrasse. Petra hatte sie in minimalistischem Stil eingerichtet. In der Küche stand e...